„John Malkovich Portal hat jetzt Franz Beckenbauer“ (Feind meines Feindes) – Zwei mögliche Theorien hinter der Punshline

Entweder:
Franz Beckenbauer holte nach eigener Einschätzung im Alleingang die WM nach Deutschland. In Wahrheit übertrug man ihm die Aufgabe so viele Fifa-Mittelsmänner wie möglich zu bestechen, da man ihn für den perfekten Bösewicht hielt. Schließlich darf der Kaiser alles sagen und machen. Wer würde ihm also auf die Schliche kommen (wollen). Bei besagter WM flog dann der Kaiser in seinem Helikopter von Stadion zu Stadion um möglichst alle „seine“ Spiele live sehen zu können. Und irgendwo zwischen Costa Rica – Brasilien und Deutschland – Argentinien passierte es dann in der Luft. Der Kaiser ward endgültig senil. Er beschloss nie wieder auf andere Menschen außer sich selbst zu hören. Fortan sprudelte aus seinem Mund nur noch Magisches.

Oder:
Eines Tages entdeckten die Angestellten bei Lester Corp. Craig Schwartz und Maxine ein Portal, das direkt in Franz Beckenbauers Kopf führte. So war es Außenstehenden möglich in Franz Beckenbauer hereinzuschlüpfen und die Welt aus seinen Augen zu sehen. Dem Investigativjournalisten Günther Wallraff gelang noch großartigeres: es gelang ihm Beckenbauer für kurze Zeit zu lenken. In dieser kurzen Zeitspanne plauderte der Kaiser so lange Transfergeheimnisse des FC Bayern aus, dass die dortige Führungsriege beschloss den Kaiser fortan nicht mehr in Prägnantes einzuweihen. Obskure Alien-Werbung, der Wunsch zu seiner eigenen Musik im Sky-Studio einzulaufen… wir sind selber gespannt was als Nächstes kommt. Und ob wir es schaffen auch das Portal zu finden, das in Paul Breitners Kopf zu führen scheint.

Danke!!

Die Geschichte beginnt im Oktober 2012 an den Cihangir-Steps/ Istanbul. Danke an Teoman und Cihan, die mir den Ort gezeigt haben, an dem nebst wunderschönem Bosporus-Blick ein „Don‘t follow the Guru You are the Guru“ an der Wand getaggt prangerte. Hätte ich meine Kamera nicht im Suff im Beat Club verloren wäre das ein Bild, das ich Euch gern gezeigt hätte. Das nächste, was ich machen wollte, war allerdings ein Storytelling-Album namens „Genie & Absinth“ mit Tracks wie „König Alkohol“, „Gegenteiltag“ und der „neuen 30-Stunden-Woche“ und der „Bürgerwehr“. Live spiel ich sie schon, auf CD werden sie hoffentlich bald erscheinen. Moderne Umstände zwangen mich vorerst umzudenken. Ich bekam Lust auf Battle Rap. Nachdem ich diesen Entschluss fasste und im Sommer 2014 in Griechenland die Kern-Tracks dazu schrieb, war es Callya im Oktober 2014 in Tübingen, der mich davon überzeugte etwas mehr Elan und Arbeit in das Projekt zu stecken. Danke dafür! Aber das konnte ich nicht alleine bewältigen. Ich begann meine Untergrund-Strukturen anzuhauen. Danke an Max, der mir im Sommer 2014 in Wilhelmsburg an einem qua kaputter Beziehung für mich sehr anstrengenden Abend anbot, wieder Tracks für mich zu mastern. Mit ihm zusammen entstanden auch im Studio am Sanitas-Park in Willytown/ Hamburg die ersten Songs. Genau an dem Ort an dem ich so oft rumhing, Basketball spielte… Die zweite Ladung wurde in der alten Heimat in Kassel aufgenommen. Danke dafür an den Klangkeller für die Location, an DJ Sticmatic fürs möglich machen und an Schandtat (aka Marvellus) fürs Recorden. Der einzige Homestudio-Track ist tatsächlich der „16ner ausm Untergrund“ geblieben. Nach einer ergiebigen Fussball-Runde im Sanitas-Park und in aufgewühlter Stimmung mit viel produktiver Wut begann ich die bisher für mich beste Aufnahme, die ich je getätigt habe. Die ersten Video-Geschichten, Bilder und das Cover hab ich Michel zu verdanken. Danke dafür und für die Hoffnung, die du da reinsteckst. Danke an Ranios & Rayk nicht nur für ihr Feature sondern vor allem für den permanenten Kontakt, der mir erst aufzeigt, was möglich ist, wenn man Musik ernst nimmt. Das selbe gilt für Momo. Sowas treibt einen. Immer. Für die nächsten Video-Geschichten (Release folgt) dankeschön an Aya genauso wie für bewusstseinserweiternde Gespräche und Abende und dafür dass du so bist, wie du bist. Das war auch unglaublich wichtig fürs Album. Ein großes Danke geht nach FFM an Jenny und Ben dafür, dass wir zusammen ein Video geschissen kriegen werden, das dem dazugehörigen Track gerecht werden wird, für die Einführung in die Film-Welt und für die jargonübergreifenden, vieles teilenden Horizonte und Ansprüche, die diese Menschen hegen. „Wir sehen uns da wo oben ist“ hat Jintanino gesagt. Ich danke Holger und Albino für die Möglichkeit wieder zusammen auf Tour zu gehen und meinen Shit live auf der Bühne spielen zu können, viele tolle Menschen und neue Gegenden mir zu erschließen. Ich danke jedem Feature-Gast auf der Scheibe: Nico Narcotic aka dem Fertigen Bärtigen, Archona dem Vollstrecker, eSay, Momo, Nikepa. Der musikalische Anstoss kam von meinem Homie Elma ohne dessen Beats ich niemals hätte eine Battle-Scheibe aufnehmen können. Vielen Dank dafür und für die gemeinsame Mix-Session. Vielen Dank allen die mit mir die Sprüche für die Punshline-Sticker begutachtet und ihre Meinung dazu gesagt haben. Danke an Michi fürs Geld leihen um diese auch realisieren zu können. Danke auch den anderen Beat-Machern: Christos Paroglou, Scitarius und Serkan. Vielen Dank meinem Bruder Leo und alles Gute für seinen Schulabschluss gerade. Am Schluss noch vielen Dank an all die tollen Menschen, die meine Musik feiern und sie verbreiten, zu Konzerten gehen und danach mit mir diskutieren und anstoßen. Danke an alle Menschen die jeden Tag praktisch die Welt verbessern. Danke jedem Einzelnen, der sich dem kapitalistischen System widersetzt weil er/ sie es ablehnt. Danke, dass wir gemeinsam an einer besseren Welt arbeiten, auf dass wir sie erreichen.

Sincerely yours,

Alexis aka Mister Master Al


Emanzipation von der Masse

Don‘t follow the Guru. Menschliches Verhalten ist mal mehr dispositiv, mal mehr situativ geprägt. Wie oft tun sich in in größeren Gruppen diejenigen hervor, die sich nur selbst reproduzieren wollen, dümmlich-penetrant ihre Punkte hervorbringen, gar nicht antizipierend-argumentierend auf andere Menschen eingehen wollend? Die „Lehren“ eines Mehmet Göker mit dem „Charme“ eines Mario Barth. Oder nehmen wir das Verhalten in der mit diesen Typen lachenden Masse: Gelenkt von einigen wenigen, unhinterfragt nachgeahmt, erwischen wir uns dabei, uns selbst und anderen gefallen zu wollen. Nimm den Flyer, heb den Arm beim Konzert, gröl mit im Fußballstadion wie auf der Demo. Aber nur weil es die vor dir tun?

You are the Guru. All das ist dope wenn du es aus eigenem Antrieb machst. Siehe: das Verhalten in der sozialen Kleingruppe. Ehrliche Gespräche, die Möglichkeit zur Hierarchiefreiheit, die klugen-schüchternen Charaktere, die sich hervorzutun können, argumentativer Fortschritt, der erreicht werden kann. Aber nicht nur das: Reziproke Geben-und-Nehmen-Beziehungen, wer hat der gibt, Kommunismus im Kleinen, Liebe.

Emanzipation von die Selbst

Don‘t follow the Guru.
Wie viele unhinterfragte und unhinterfragbare Ansichten haben wir, die wir kritiklos von der Mehrheitsgesellschaft übernommen haben? Jungs weinen nicht, Radikalismus ist an sich schlecht, wer Schulden hat muss sie zurückzahlen… Teile unseres theoretisch-praktischen Bewusstseins sind doch nichts mehr als auswendig gelernte strategische Überzeugungen der Herrschaften der herrschenden Klassen aller Länder. Ganz zu schweigen von unserem Unterbewusstsein. Der Kapitalismus ist ein pathologisches System. Er macht krank, expandiert, zerstört und tötet. Wie würde es unsere Selbstkonzepte radikal zerstören und Leere entstehen lassen, wenn wir uns diese Dingen bewusst werden, die wir bisher ignoriert und abgeschoben haben? Give it a try.

You are the Guru. „Gesellschaftsbewusstsein ist Dynamit [zit. Erich Fromm] ich zündel wieder“. Es wird Zeit sich seines eigenen Selbst zu ermächtigen. Wo Es war soll Ich werden. Sich Unterbewusstes bewusst zu werden. Zufriedenheit zu erreichen. Den Widerstand dagegen aufgeben. Die objektiven Ausbeutungsmechanismen angehen und Projektionen enttarnen. Erleichterung von all den Spannungen, die unser falsches Alltagsbewusstsein generiert. Emanzipation fängt bei einem selbst an. Offen sein gegenüber anderen Meinungen. Liebe geben können statt nur zu nehmen. Sich dem Anerkennungs-Bedürfnis bewusst werden. Das Selbstverwirklichungsbedürfnis eingestehen und gesellschaftlich im Arbeitsprozess einfordern.

Machen wir das Kleine zum Großen? Oder werden „Otter […] mal die Welt beherrschen reitend auf Alpakas?“

Bekennerschreiben 1

Karl-Heinz sagte: Komm werf die Atombombe, sollte es eigentlich heißen. Aber Guevara hat es wirklich mal gesagt. Und ab und zu kann man dann auch mal die historischen Fehler für ihr Gesamtwerk zu feiernder Größen unserer Zeit herausheben, trat doch Sarah Wagenknecht ein halbes Jahr vor Mauerfall der SED bei..